Worum geht es in dem Buch?
Luca Kieser hat das Buch 2024 herausgebracht und er schrieb 10 Jahre an dem Buch. Das hat er uns erzählt, als er uns in der Literatur-Bootschaft besucht hat.
Das Cover sieht aus wie beim Spiel Jenga. Drei Betongebäude, die aussehen wie eine Treppe, es soll ein Wohnblock sein. Dazwischen ist etwas frei, deswegen sieht es aus wie beim Spiel Jenga. Ich glaube, die Gesellschaft nimmt die Verbindung zwischen den 3 Freunden raus und so verbünden sich die 2 während der 3. im Spital liegt, wie beim Spiel. Und dann fällt alles zusammen. Das finde ich nicht gut, doch warum das so ist, dafür finde ich keine Worte. Aber es ist gut geschrieben. Es geht um 3 Jugendliche: Vincent, Tarek und Ali und die 3 machen jeden Scheiß zusammen. Es geht auch um Ausgrenzung und Diskriminierung, Rassismus und das Jahr 2006.
Das Sommermärchen 2006, das war die WM, die in Deutschland stattgefunden hat. Es war ein Sommermärchen, weil es ein sehr heißer Sommer war, die Spieler und die Fans haben sehr viel geschwitzt. Deutschland hat zwar nicht gewonnen, aber war im Halbfinale und deswegen ist das “Sommermärchen” in die Geschichte eingegangen. Viele können sich noch heute erinnern, wie es damals war. Im Buch kommt auch immer wieder viel Musik vor. Viele Lieder aus Hiphop und Pop, zum Beispiel Rihanna oder Herbert Grönemeyer.
Wie finde ich das Buch?
Ich finde das Buch super. Das spiegelt ein bisschen das echte Leben und das ist gut. Auch wenn es im Leben manchmal gar nicht gut ist. Die Sprache ist sehr schön, aber auch manchmal schwierig zu verstehen und er ist ein begnadeter Schreiber. Es kommen auch viele Schimpfwörter vor. Es wirkt, als wäre die Geschichte aus dem Leben der drei Burschen geschrieben. Ich finde es sehr inspirierend, es kommt alles sehr direkt.
Die Schrift ist sehr klein, aber es geht gerade noch.
Luca Kieser hat uns in der Bootschaft besucht. Wir haben ihn auf der Buchmesse in Wien 2024 kennengelernt und angesprochen. Man kann mit ihm sehr gut über seine Bücher sprechen. Er kennt sich sehr gut aus und wir konnten viel reden und Fragen stellen.
von Ron Pfennigbauer
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Luca Kieser hat 2024 seinen zweiten Roman veröffentlicht. Er handelt von der Freundschaft von drei Jugendlichen: Vincent freundet sich mit Tarek und Ali an, zwei Jungs mit Migrationshintergrund, die ihn vorher verprügelt hatten. Typisches Klischee-Teenager Leben. Ich finde es ist in einem passenden Schreibstil geschrieben, es ist sehr realitätsnah und man kann so richtig mitfühlen. Es ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Vincent geschrieben. Es geht auch viel um inneren Konflikte, teils auch das Leben mit Migrationshintergrund.
Der Anfang ist sehr verwirrend, das Buch steigt mittendrin ein. Eigentlich kennt man sich gar nicht wirklich aus. Manche Leser:innen hätten sich wahrscheinlich klare Zeitsprünge gewünscht, aber ich finde, dass gerade diese Verwirrung den Reiz am Buch ausmacht.
Es ist sehr humorvoll geschrieben, obwohl die Themen sehr ernst sind. Das hat mir sehr gut gefallen.
Es erinnert ein bisschen an ein Jugenddrama, das wie eine Komödie geschrieben ist. Gerade diesen verwirrenden Stil mit den Zeitsprüngen, die sich langsam wie ein Puzzle zusammensetzen, finde ich spannend an diesem Buch. Jedes Kapitel zeigt auch einen Konflikt. Sei es ein innerer Konflikt, Konflikt im Freundeskreis, mit Eltern, Klassenkameraden, Lehrern und den Umgang damit.
Man wird mit Rassismus und Klassismus konfrontiert. Diskriminierung von Leuten mit Migrationshintergrund, die man im Alltag erlebt. Zum Beispiel höhere Haftstrafen, schneller für ein Verbrechen beschuldigt werden und viele Vorurteile. Im Buch ist es so, dass ein weißer Kollege dauernd Verbrechen begeht und immer davonkommt und ich weiß nicht mehr, ob es Ali oder Tarek war, aber einer davon wird sofort beschuldigt, obwohl er unschuldig ist.
Die Charaktere haben alle eine interessante Persönlichkeit, die im Laufe der Geschichte immer klarer wird und einen fesselt. Man weiß nie, was das nächste Kapitel bringt.
Das Buch ist sehr empfehlenswert für Leser:innen, die gerne was humorvolles, realitätsnahes Lesen wollen und offen sind für eine Geschichte, die sich wie ein Puzzle zusammensetzt, es gibt auch viel Stoff zum Nachdenken und ist nicht immer ganz einfach.
Von Iris Zeitlinger